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Beitelmauerwerk ist ein Schmuckmauerwerk, traditionell am Schildgiebel anzutreffen. Rechtwinklig zur Neigung des Ortgangs werden Läuferreihen in Form von gleichschenkeligen Dreiecken gemauert. Diese stossen dann auf den normalen Verband mit horizontalen Lagerfugen. Der Bummert als ländliches Arbeiterhaus Ostfrieslands war eine kostensparende Bauweise für zwei Familien. An eine trennende Wand mit einem Schornstein schlossen sich beiderseits dieser Mauer die Wohnräume und danach die Stallungen an, deren Dächer am äusseren Giebel zur Ersparnis von Ziegelmaterial voll abgewalmt waren. Buntglasecke, auch Friesenecke genannt. In speziellen Abmessungen quadratisch zugeschnittenes, flaches Überfangglas mit den Maßen 10x10 bis 14x14 cm, bei dem partiell die obere dünne Farbschicht weggeschliffen wurde. Dadurch konnten verschiedene dekorative Muster zusammengestellt werden. Buntglasscheiben finden sich in Oberlichtern von Haustüren seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, später auch in Treppenhausfenstern, Glasabschlusstüren und selten auch in Haustüren. Die häufigste Farbkombination war Rot-Blau im diagonalen Wechsel, wobei diese Ecken nur in Verbindung mit einer speziellen Ecksprossenunterteilung des Oberlichts vorkommen. Butzen sind Schlafkammern, heute würde man Schrankbett sagen. Die früher üblichen Einraumwohnungen boten meist an der Aussenwand den duch eine verbretterte Wand abgetrennten Schlafbereich. Es gibt aber auch Raumteilerkonstruktionen, eine Öffnung zum Beispiel zur Küche, die andere zu Guten Stube In dieser Wand befanden sich Klapptüren für den Einstieg in die Butze. Oftmals wurde der Bereich der Upkamer für die Butzen genutzt, da die geringe Raumhöhe nochmals durch die Halbkellerdecke reduziert wurde. Friesengiebel, mitlerweile in jedem Neubaugebiet Ostfrieslands zu finden. Ein Zwerchgiebel (über der Dachtraufe aufsteigender, nicht zurückgesetzter Dachaufbau) mit einem steilen Satteldach über dem Hauseingang. Gulf, Barg als Bezeichnung für den ebenerdigen, mächtigen bis zum First reichenden Lagerraum zwischen dem Ständerwerk eines Niederdeutschen Hallenhauses. Die Besonderheit dieser erdlastigen Erntegutlagerung führte zu einem neuenTyp, dem Gulfhaus und ermöglichte die Verwendung weitaus schwächerer Bauhölzer für einen weitaus grösseren Bergeraum gegenüber der balkenlastigen Konstruktion des Niederdeutschen Hallenhauses. Dieser Haustyp ist gekennzeichnet durch die asymmetrische Anordnung des Einfahrtstores und ein fachwerkloses Mauerwerk. Dieser Haustyp entwickelte sich in den friesischen Marschgebieten und verbreitete sich dann auch auf die anschliessenden Geestgebiete und fand seine Verbreitung im Nordseeküstenraum von Westflandern bis nach Schleswig-Holstein. Klöntür, keine ostfriesische Besonderheit, aber hier häufig anzutreffen. Eine zweiflügelige Tür, nicht längs-, sondern quergeteilt, ermöglichte den Rauchabzug ohne dem Vieh Zugang ins Haus zu gewähren. Außerdem sehr praktisch beim Klönschnack zum Auflehnen. Als Kübbung wird die Abseite unter der Traufe bezeichnet, die auf der einen Seite des Gulfhofes die Stallungen für das Vieh, auf der anderen Seite die Durchfahrt für die Erntewagen beherbergte. Der Maljan, Bram, Brant, Firstspitze, Geck, Giebelspiess war ursprünglich traditioneller Bestandteil eines konstruktiv bedingten Übergangs zwischen First und Ortgang von stroh- oder reetgedeckten Gebäuden. Es ist ein kurzer, senkrechter Stab, später auch Brett mit allerlei Verzierungen, den First etwa einen halben Meter überragend. Vorgänger sind seit etwa 700 bekannt (auf einem gotischen Bildstein). Aber auch auf dem Teppich von Bayeux (1070) sind englische Häuser abgebildet mit einem senkrechten Stab am Vorder- und Hintergiebel. Zeichnungen der Niederländer aus dem 17. Jahrhundert zeigen auf holländischen und westfriesischen Bauernhäusern einen verzierten Stab auf der Giebelseite. Für Ostfriesland lässt sich die älteste Abbildung in J.C.Müllers Memoriale linguae Frisisicae nachweisen. Der Maljan gilt mit seinen meist blumenartigen Motiven – Tulpen oder Lilien – im allgemeinen als Heils- und Schutzzeichen. Ostfriesische Ecke. Beim Blockverband, traditionell in Ostfriesland, wechseln Läuferreihen mit Binderreihen. Bei der Ausbildung von Ecken wird z.B. die Läuferreihe der Traufseite die Binderreihe des Giebels. Sparsam, wie die Ostfriesen sind, vor allem zur Zeit, wo jeder Klosterstein ein Schatz war, fand man auch Verwendung für halbe oder gebrochene Steine, indem man nach dem Setzen des Ecksteins, (je nach Sicht Läufer oder Binder) erst einen Viertelstein setzte, bevor die Binder- oder Läuferreihe fortgesetzt wurde. Pavleuzen, regionaler Ausdruck für Bodenplatten, die aus den hiesigen Tonvorkommen oftmals noch im Feldbrand relativ weich gebrannt wurden (geringe Brenntemperatur) und als Fussbodenbelag den Stampflehmboden ersetzten. Sie wurden in der Regel »gniersch«, d.h. ohne Fugen im Lehm- oder Muschelkalkbett verlegt. Weiterentwickelte Formen sind die honiggelb oder gelblichgrün glasierten Formen, die im Schachbrettmuster verlegt wurden. Eine Regenbacke fand sich früher als Wasserspeicher in jedem ostfriesischen Haus. Ein gemauertes Becken mit Gewölbe, meist unterirdisch, sammelte das Dachflächenwasser auf und diente als Trinkwasserreservoir, da das Brunnenwasser durch die Meeresnähe meist brackig (salzig) war. Schildgiebel. Die über das Dach hinausragenden, einen »Schild« bildenden Giebel begründen eine Vielzahl von Ausgestaltungen. Treppen- oder Stufengiebel waren besonders in der Zeit der Gotik verbreitet. Man findet sie in alten norddeutschen Städten. Weiterentwickelte Formen sind die des Fialengiebels und Volutengiebels. Je nach Modeströmung der jeweiligen Stilepoche unterscheidet man Schnabelgiebel, Halsgiebel, Glockengiebel, Sprenggiebel, Schwanenhalsgiebel.(siehe auch Bild Beitelmauerwerk) Die Upkamer ist ein Raum über einem Halbkeller. Durch den hohen Grundwasserspiegel bedingt war es technisch nicht möglich, in früheren Zeiten einen geschosshohen Keller ohne die Gefahr eines Wassereinbruchs zu bauen. Oftmals befanden sich die Butzen in der Upkammer, die keine volle Geschosshöhe aufwies. Warf, auch Wurt als Bezeichnung für künstlich aufgeworfene Erdhügel, die zum Schutz vor Hochwasser als Siedlungsfläche dienten, sowohl für Einzelanlagen, als auch für ganze Dörfer. Die Krummhörn ist wohl das grösste Siedlungsgebiet für diese Wohnform. Die Windfeder ist ein rechtwinkliges Giebelbrett zum Schutz der Dachkante am Ortgang gegen Wind- und Wasserschäden. Es umschliesst den empfindlichen Übergang zwischen Mauerwerk und Dacheindeckung. | ||
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